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Keine Chance für den Landschaftsschutz: Entwurf des Flächennutzungsplans verabschiedet

Letzte Woche fand eine öffentliche Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Mittleres Fils- und Lautertal in Donzdorf zur Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans sowie des Landschaftsplans für die Kommunen Lauterstein, Gingen, Donzdorf und Süßen statt. Die anwesenden Vertreter der Stadt Süßen Bürgermeister Marc Kersting sowie die Stadträte Michael Keller (FDP/AFW), Armin Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) und Reiner Scheifele (SPD) waren in dieser Versammlung daran gebunden, einheitlich abzustimmen. Sie vertraten dort einen mehrheitlich im Süßener Gemeinderat beschlossenen Antrag an die Verbandsversammlung, der aus zwei Teilen bestand: Zum ersten die rund 28 ha große Fläche des geplanten interkommunalen Gewerbegebiets (zwischen Donzdorf und Süßen) zu halbieren und zum zweiten dem Flächennutzungsplan zuzustimmen. Der Vertreter der SPD-Fraktion Reiner Scheifele begründete den Süßener Antrag wie folgt: „Wir sind nicht so vermessen und wenden uns grundsätzlich gegen die Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebiets. Wir wissen, dass wir im Filstal auf einer Industrieachse liegen, die Wirtschaftsentwicklung hat der Bevölkerung seit über 100 Jahren Wohlstand gebracht. In der Region Stuttgart sind Gewerbegebiete sehr knapp und die Ackerflächen auf der Gemarkung Donzdorf erhielten dadurch eine überregionale Bedeutung. Die uns nun vorliegenden Stellungnahmen von Behörden und Naturschutzverbänden zum Entwurf des Flächennutzungsplan sprechen jedoch in Bezug auf das interkommunale Gewerbegebiet eine deutliche Sprache: Es sind gute bis beste Ackerflächen, die dadurch verbraucht werden sollen, sie sind deshalb für eine Gewerbeansiedlung nur bedingt geeignet. Wir meinen deshalb, dass durch die Halbierung der Fläche ein menschliches Maß bewahrt werden kann und die Landschaft in unserer Heimat geschont wird. In unserem Raum ist eine stetig steigende Nachfrage nach regional erzeugten Lebensmitteln nicht nur bei jungen Familien zu bemerken. Eine Halbierung der Gewerbeflächen lässt noch Ackerflächen übrig, um auf diese Nachfrage zu reagieren. Oder sollen wir es zulassen, dass man die heimische Landwirtschaft aufs Abstellgleis schiebt? Wir bitten um Augenmaß und die Schonung der Landschaft.“
Der Antrag Süßens wurde von der Verbandsversammlung abgelehnt.